Klassifizierung
Neotrombicula autumnalis – Herbstgrasmilbe
Die Herbstgrasmilbe [ lat. Neotrombicula autumnalis ] ist der Familie der Laufmilben [Trombiculiden] zugehörig und gehört zur Klasse der mit Zecken verwandten Spinnentiere.
Vorkommen
Die Herbstgrasmilbe ist in Mitteleuropa sehr weit verbreitet und lokal unter verschiedenen Namen bekannt. Sie lebt in Gärten, auf Wiesen und Äckern und an Waldrändern. Man findet sie am Boden , auf Gräsern und Kräutern und seltener an Sträuchern. Die optimalen Temperaturbedingungen für die Milben liegen bei 25–30°C und damit ist im Zeitraum von Juni – Oktober auch die Zeit, in der Menschen und Tiere besonders stark unter der Schadwirkung der Larven zu leiden haben.
Entwicklung
Das Milbenweibchen legt ihre Eier im feuchten Boden ab. Die Anzahl liegt zwischen drei- bis vierhundert Eiern. Die orangeroten, sechsbeinigen Larven schlüpfen
nach cirka 1 Woche aus dem Ei und arbeiten sich zur Erdoberfläche durch.
Dort sammeln sie sich an Grashalmen und warten auf einen Wirt. Das können Mäuse, Hunde, Katzen, Vögel oder auch der Mensch sein.
Die Larve der Herbstgrasmilbe lebt ektoparasitisch am Wirbeltier und ernährt sich von der Gewebsflüssigkeit an Säugetieren.
Die Larve wird vom Wirtstier beim Laufen durch befallene Gebiete aufgenommen und wandert dann am Körper auf der Suche nach feuchten, warmen und dünnen
Hautstellen. Dies sind z.b. die Achseln, Beinbeugen, Hautfalten oder der Bereich um die Geschlechtsteile.
Ektoparasitisch
Der Parasit ernährt und entwickelt sich auf oder an einem Wirt.
Weil die Milbe eine rote / orangerote Färbung hat, glauben viele Menschen das sich die Milben vom Blut des Wirts ernähren, ähnlich den Flöhen.
Dies ist aber nicht der Fall. Die Larve verfügt über starke Mundwerkzeuge und durchbohrt damit die Haut des Wirts, injiziert gewebeauflösenden Speichel
in die Wunde und saugt dann das vorverdaute Gewebe auf. Der Vorgang kann mehrere Stunden dauern. Das Opfer bemerkt davon zunächst nichts. Ist die
Larve gesättigt, lässt sich sich einfach abfallen und wandert wieder in den Boden ein. Die Larve durchlebt danach verschiedene Stadien bis sie sich
zur ausgewachsenen Milbe entwickelt hat.
Schadwirkung
Cirka 24 Stunden nachdem die Larve das vorverdaute Gewebe aufgesogen hat, kommt es zur Bildung von stark juckenden Pusteln beim befallenen Wirt. Auslöser
der Juckreizes ist die Gewebeausflösung durch den Milbenspeichel. Der Juckreiz kann bis zu 14 Tagen anhalten. Wenn das Tier oder der Mensch die juckenden Stellen
aufkratzt, kann es zu Entzündungen durch eindringende Bakterien kommen.
Behandlung
Die Behandlung erfolgt mit juckreizstillenden Medikamenten. Es gibt freiverkäufliche Mittel mit Antihistaminika in der Apotheke. Auch die Einreibung der befallenen Stellen mit Franzbranntwein, der mit Menthol versetzt wurde, soll Linderung verschaffen. In schweren Fällen mit sehr starkem Juckreiz kommen kortikosteroidhaltige
Salben in Betracht.
Vorbeugung
Wir Menschen können uns durch das Tragen von Kleidung schützen. Lange Hosen und dichte Schuhe. Bei Tieren ist es schwieriger. Am besten meiden Sie
in den Monaten Juni bis Oktober Wiesen mit Milbenbefall. Unter den Hundehaltern spricht sich das relativ schnell herum, wenn die Hunde nach dem Spielen auf
der Wiese unter den Symptomen von Milbenbefall leiden. Ansonsten kann das Auftragen von repellent wirkenden Präparaten auf das Fell der Tiere helfen. Lassen
Sie sich dazu von ihrem Tierarzt beraten.
Umgangssprachige Bezeichnungen für Herbstmilben:
Rasenmilbe, Heumilbe, Herbstmilbe, Erntemilbe, Herbstlaus, Graslaus, Erdlaus, Pfirsichlaus